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Wie stellst du dir die Zukunft des Waldes vor?

Der digitale Wald - ein Experiment

Die Welt, wie wir sie kennen, wird immer digitaler. Nach dem Smartphone kommt das Smarthome, das Internet der Dinge ist in aller Munde und die ersten selbstfahrenden Autos stehen bereits in den Startlöchern. Diese umfassende Digitalisierung unserer Lebenswelt macht auch vor Themen nicht halt, die man zunächst nicht damit verbindet – Themen wie dem Wald.

Im Kunstprojekt terra0 wurde die Frage aufgeworfen, ob der Wald sich über digitale Tools langfristig selbst verwalten könne. Darauf aufbauend beschäftigen wir uns bei terra1 mit der Frage, wie die Bewirtschaftung und Entwicklung des Waldes durch Digitalisierung verändert werden kann - und welche gesellschaftlichen Anforderungen daraus entstehen.

Die Szenarien, in denen wir dabei denken, reichen vom reinen Produktivwald, in dem der Rohstoff Holz im Mittelpunkt steht, über Nachhaltige Waldbewirtschaftung, die Transparenz und Zukunftsfähigkeit in den Mittelpunkt stellt, bis hin zum „digitalen Wald“, der Mitbestimmung durch jeden Einzelnen ermöglicht.

In Zukunft könnte ein Algorithmus, z.B. eine Blockchain, die Bewirtschaftung für uns übernehmen und den Wald nach einem dieser Szenarien verwalten. Oder auch nicht. Was meinen Sie?

Ausgehend von dieser technisch-philosophischen Frage wollen wir in unseren Forschungsprojekt konkreter werden: Wie sieht ein digitaler Wald aus und ist er gewünscht? Wie können Algorithmen für den Wald partizipativ entstehen und wie gehen wir mit Konflikten um? 

Diesen Fragestellungen wollen wir uns in einem spielerischen Experiment annähern.

Du bist gefragt:

Hilf uns, Anforderungen für die Bewirtschaftung des Waldes zu finden und zu bewerten: Was ist dir wichtig am Wald? Welche Angebote des Waldes nutzt du und worauf achtest du bei deinem Konsum? Was fehlt dir bisher an Möglichkeiten im Wald? Jetzt mitdiskutieren!

Wir wollen nicht nur Anforderungen an den Wald sammeln, sondern wollen auch den Mitmachenden auf spielerische Weise anschaulich machen, wie Digitalisierung im Wald funktionieren kann. Wie können künftige Waldbewirtschaftungsmodelle aussehen? Solche und andere Fragen helfen dabei, die eigenen Präferenzen kennenzulernen und für die ökologischen, ökonomischen und sozialen Potenziale des Waldes zu sensibilisieren. Spiel mit und finde raus, wie dein Wald der Zukunft aussehen könnte! 

 

Welche Anforderungen stellt die Gesellschaft an eine digitale Verwaltung und Bewirtschaftung des Waldes ?

Die Waldnutzung ist durch vielerlei widersprüchliche Interessen und Zielkonflikte geprägt. Vor diesem Hintergrund gilt es künftige Möglichkeiten zu diskutieren und somit einen gesellschaftlichen Interessensausgleich zu unterstützen. Digitalisierung kann gesellschaftliche Entscheidungsfindungsprozesse rationalisieren und zu Interessensausgleich beitragen.

Funktionen des Waldes

Für die einen bedeutet er viel Arbeit, für die anderen ist er ein Ort der Entspannung, und wieder andere brauchen ihn zum Überleben - der Wald übernimmt eine große Vielfalt an ökonomischen, ökologischen und sozialen, gesellschaftlichen Aufgaben, die er gleichzeitig erfüllt und erfüllen muss.

Der Wald - Zahlen und Fakten

Wir alle kennen ihn, wir alle nutzen ihn, es gibt unzählige Sagen und Mythen um und über ihn. Zahlenmäßig ist er uns deutlich überlegen: der deutsche Wald besteht aus ungefähr 93 Millionen Bäumen. Doch was steht und wächst, kreucht und fleucht da eigentlich im Wald? 

Häufige Fragen

Was ist Bioökonomie?

Bioökonomie die Transformation von einer marktwirtschaftlichen Erdöl-basierten Wirtschaft hin zu einer Marktwirtschaft, in der jedoch fossile Ressourcen durch verschiedene nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden. Durch diese Transformation sollen Produkte und Prozesse innerhalb einer Volkswirtschaft nachhaltiger erzeugt werden können. In der Politik wird die Entwicklung der Bioökonomie meist mit gesellschaftlichen Zielen verbunden. Die Bioökonomie soll zu nachhaltiger Entwicklung und grünem Wachstum beitragen. Zu diesen nachwachsenden Rohstoffen zählt auch das Holz und damit ist die Holz- und Waldwirtschaft unmittelbar von der Transformation zur Bioökonomie betroffen. In dieser Transformation werden sowohl die energetischen (Verbrennung) als auch die stofflichen (Papier, synthetische Fasern, Bindemittel, Klebstoffe etc.) Verwertungsinteressen steigen.

Worum geht es hier überhaupt?

Die ersten Wälder in Deutschland werden durch digitale Technologien in der Verwaltung und Bewirtschaftung gestützt. Die Digitalsierung kann die Transformation zur Bioökomomie treiben – so beschreiben es zumindest ein Teil der gesellschaftlichen Akteure. Das bedeutet, dass Algorithmen in Zukunft auch die Bewirtschaftung von Waldflächen gestalten können. Aufgrund der Eigentumsverhältnisse werden Entscheidungen zur automatisierten / digitalisierten Bewirtschaftung jedoch von etablierten Akteuren der Holz- und Waldwirtschaft getroffen. Bietet die Digitalisierung auch die Chance, an Entscheidungen zum und Wissen über den Wald teilzuhaben? Ist der Einsatz von Fernerkundung, von autonomer Laserscan- und Videotechnik richtig im Bereich der Kartierung und Erfassung von Arten und biologischer Vielfalt? Welche Potenziale bietet die Blockchain für wirtschaftliche Produktivität, biologische Vielfalt und gesellschaftliche Partizipation?
   
Das Thema Digitalisierung im Wald kann unterschiedlichste Szenarien zur Holz- und Waldwirtschaft entfalten. Soll der Wald mit WLAN vernetzt werden? Bekommt jeder Baum einen Chip? Arbeiten zukünftig digital vernetzte Roboter im Wald? Nichts davon ist ausgeschlossen. Das Projekt terra1 will illustrieren, wie digitale Technologien die Bewirtschaftung und Verwaltung des Waldes verändern und zum Teil automatisieren. Zukünftig werden z.B. Entscheidungen zur Aufforstung oder zum Holzeinschlag durch digitale Algorithmen getroffen werden. Denkt man diese Tendenz – spielerisch und konsequent zu Ende -   könnte diese Wirtschaftsweise in eine digitalen Selbstverwaltung des Waldes münden. Das Projekt terra0 stellt genau diese Frage und Provokation in den Raum. Um Algorithmen im Interesse einer breiten Gesellschaft zu gestalten will terra1 nun umfangreich die Wünsche und Präferenzen zur Holz- und Waldwirtschaft abfragen. In Zukunft könnten diese Wünsche und Ansprüche als digitale Schnittstellen in Algorithmen eingestellt werden – oder die gesellschaftlichen Wertvorstellungen über den Wald verändern.

Wir wollen jetzt mit Ihnen darüber diskutieren, was Ihnen hierfür wichtig ist.

Was kann ich hier machen?

Terra1 fragt dich als Besucher, wie du dir die Zukunft des Waldes vor dem Hintergrund der Digitalisierung vorstellst. Hierzu haben wir für dich Informationen zum Wald, zu möglichen Szenarien und zu der Frage, wie die Blockchain-Technologie bei der Bewirtschaftung des Waldes nützlich werden kann.

Wir wollen aber vor allem von euch erfahren, wie ihr euch die Digitalisierung des Waldes vorstellt, wie eure Ideen und Visionen hierzu aussehen - diskutiert dazu mit!