Welche Anforderungen stellt die Gesellschaft an eine digitale Verwaltung und Bewirtschaftung des Waldes ? 

Es gibt eine Vielzahl an Berufen, die sich – neben den privaten Waldbesitzer*innen – um den Wald kümmern und ihn verwalten. Beschäftigte in der Wald- und Forstwirtschaft haben vielseitige Aufgaben.

Sie beschäftigen sich z.B. hauptamtlich mit Waldbewirtschaftung, dies umfasst die Holzernte, -Vermessung, -Sortierung und -LagerungNeupflanzungen, Schutz und Pflege des Waldes, die Sicherung derLebens- und Schutzräume von Waldtieren und auch Einrichtung, Erhalt und Pflege von Erholungsräumen gehören zu den Tätigkeitsfeldern der Waldwirtschaft. Erholung. Um die Wildtiere und die Organisation der Jagd kümmern sich die RevierjägerInnen. Verkauf und Verarbeitung der Produkte des Waldes sind weitere Elemente in der Wertschöpfungskette der Wald- und Holzwirtschaft. Am Ende stehen KonsumentInnen von Holz und Holzprodukten bzw. KonsumentInnen von Produkten des Waldes . Diese beiden Berufe werden durch weitere Fortbildungsangebote ergänzt. Digitale Technologien können in Verwaltung, Bewirtschaftung, Verarbeitung und Vertreib und in der Ausbildung unterstützen und Abläufe vereinfachen. Die Rationalisierung könnte so weit gehen,  dass sich der Wald  durch verordnete gesellschaftliche Partizipation quasi selbst verwaltet oder ein – den gesellschaftlich ausgehandelten Anforderungen entsprechend programmierter Selbstverwaltungsmechanismus, wie z.B. eine Blockchain den Prozess der Verwaltung, Pflege und Bewirtschaftungübernimmt.


 

Der Wald der Zukunft. Über die Rationalisierung von gesellschaftlichen Entscheidungsfindungsprozessen.

Die Waldnutzung ist durch vielerlei widersprüchliche Interessen und Zielkonflikte geprägt. Vor diesem Hintergrund gilt es künftige Möglichkeiten zu diskutieren und somit einen gesellschaftlichen Interessensausgleich zu unterstützen. Digitalisierung kann gesellschaftliche Entscheidungsfindungsprozesse rationalisieren und zu Interessensausgleich beitragen. Gleichzeitig können durch digitalisierte Informationen und Möglichkeiten der Mitbestimmung Emtwicklungsmöglichkeitenotenziale verschiedener Waldfunktionen erst einmal sichtbar und auch gesellschaftlich nutzbar gemacht werden.Ein Beispiel hierfür ist die Erfassung von Walddaten.Solche Daten eignen sich über die Visualisierung hinaus auch dazu, Ereignisse und Informationen, z.B. die Fällung von Bäumen, den Befall eines Waldgebietes durch Schädlinge oder auch den Bestand an Wildtieren festzuhalten und über einen längeren Zeitraum nachvollziehen zu können. Schon heute gibt es Bäume, die über Sensoren u.a. erfassen, wie viel Wasser sie aufgenommen oder wie viel Sauerstoff sie produziert haben, und das automatisch per Twitter mitteilen. In digitaler Zukunft erhofft man sich, nicht erst anhand von Rauchwolken von einem Waldbrand zu erfahren, sondern die Entwicklung schon frühzeitig durch digitalisierte und entsprechend verarbeitete Daten erkennen zu können. Der Brand könnte dann manuell, halb- oder vollautomatisch vielleicht verhindert werden. Mithilfe von sogenannten Smart Contracts wäre es möglich, automatisch Maßnahmen und Handlungsschritte einleiten zu lassen (bzw. Aufträge dafür zu vergeben), sobald bestimmte Grenzwerte erreicht werden. Vereinfacht gesagt: wird es zu trocken im Wald, wird die nächstgelegene Feuerwehr automatisch informiert.

 

Diese Daten könnten in Zukunft zudem auch offen zur Verfügung stehen -  Open Data ist in vielen Lebensbereichen bereits in aller Munde, auch der Wald muss hier keine Ausnahme sein. Durch offene Daten und Entscheidungstransparenz könnten auch neue Geschäftsmodelle oder Beteiligungsmöglichkeiten durch die Zertifizierung der Wald- und Forstwirtschaft oder auch erweiterte Möglichkeiten der Umweltbildung entstehen.

 

Neben der Möglichkeit, die Fortwirtschaft komplett digital abzubilden, können auch andere digitale Tools die Arbeit von allen Personen, die sich im Wald bewegen, erleichtern.